1933 ... Landesgruppe Sachsen der Kleingärtner, Stadtgruppe Leipzig der Kleingärtner e.V.
1945 ... Kleingartenhilfe Leipzig
1952 ... Kleingartenhilfe des FDGB Leipzig e.V.
1983 ... Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter, Kreisvorstand Leipzig -Land
1992 ... Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.
2005 ... Kleingartenverein "Waldesgrün" e.V. Zwenkau
| 1933 |
- Vorbereitung durch mehrere Personen zur Errichtung eines Gartenvereins nördlich der Batzschke auf städtischem Grund.
|
| 1934 |
- Pachtvertrag aus Liegenschaftsamt Zwenkau vom 27.6. 1934 wurde unterzeichnet vom Bürgermeister Dr. Müller und vom Vertreter des Vereins Franz Raser.
- Das Flurstück 350 mit einer Gesamtfläche von 51.000 m2 davon Einzelgärten mit einer Fläche von 3910 qm mit Pachtzins von 597,15 RM, davon einzeln pro qm 1,5 Reichspfennige Pachtzahlung monatlich bis zum 5. des Monats.
- Das Pachtverhältnis beginnt am 1.Januar 1934 und läuft 11 Jahre bis Dez. 1944. Wege und Spielplätze sind pachtfrei und sind zur Jugend-förderung auch frei für die Kinder der Stadt zu halten.
- Der Vertrag wird unter Einverständnis der Aktiengesellschaft Böhlen abgeschlossen. Nach §5 der KGO hat der Verein die Verpflichtung der Landesgruppe der Kleingärtner Sachsen anzugehören.
|
| |
- Das Vereinsleben wurde nach und nach ausgebaut und von den Mitgliedern rege genutzt, Anbau und Nutzung ist zu dieser Zeit geprägt von Ergänzung des Speiseplanes und der Freizeit mit starker nachbarlicher Geselligkeit.
|
| 1937 |
- Wurde der Bau eines Vereinsheimes zum Flurstück 350 vom Stadtbauamt zuerst abgelehnt. Wahrscheinlich ein Jahr später der Bau einer Gaststätte genehmigt.
- Nach Fertigstellung des Vereinshauses übernahm Herr Artur Roland den "Schankbetrieb". Familie Roland fuhr alle Getränke und die einfachen Speisen mit dem Handwagen zum Vereinshaus.
- Zu dieser Zeit entstand auch der Spielplatz mit Schaukel, Seilbahn, Sandkasten und später auch mit Freiluftkegelbahn.
|
| ab 1939 |
- Die Vereinsarbeit war durch die Kriegseinwirkung auf ein Minimum reduziert. Mit den Kriegsjahren wurde die Eigenversorgung zum Hauptinteresse.
- Die Betreuung der Gärten musste hauptsächlich von den Frauen gestaltet werden.
|
| 1945/46 |
- Übergabe von Bodenreformland an den Gartenverein, dabei handelt es sich um die "Schäfereiwiesen" (Flurstücke 349 Gem. Zwenkau und Flurstück 81 Gem. Kotzschbar) des damaligen Rittergutes - als Kohlrabifeld bezeichnet.
- Damit konnten weitere 265 Parzellen vergeben werden. Ein kleines Flurstück Kirchenland kam ebenfalls hinzu (Bild).
- Die Aufbaustimmung nach dem Krieg ist auch im "Waldesgrün" zu spüren. Die Erweiterung der Anlage im Bereich "Kohlrabifeld" wurden hauptsächlich als kleine Felder zum Anbau von Kartoffeln und Rüben genutzt, die der Versorgung von Kleinvieh dienten.
- Unmittelbar nach dem Krieg konnte eine Arbeitsdienstbaracke aus Zwenkau abgerissen werden und als Vereinsheim (Saal) an das schon stehende Gebäude angebaut werden.
|
| ab 1948 |
- Das Vereinshaus und der Saal bekam den Pächter Herbert Etzold
|
| 1949 |
- Das ehemalige Freibad in Zwenkau wurde durch die Entwässerung des Tagebaues trocken gelegt und musste geschlossen werden. Die Holzkonstruktion der Kinderrutsche wurde auf den Spielplatz des"Waldesgrün"umgesetzt.
- Später musste sie abgerissen werden und durch die heutige Metallrutsche ersetzt werden.
- Erfolgte am Westgiebel des Saales ein massiver Anbau mit Vereinsbüro, Toiletten und Nebengelassen.
|
| 1950 |
- Mit zunehmendem Bewusstsein und dem Streben nach reicher Ernte wurden die Bäume seitens des Vereins einheitlich und umfassend gespritzt, dazu wurden Termine festgelegt, die Pflanzen unter den Bäumen abgedeckt und die Gartenfreunde zum Verlassen der Gärten aufgefordert.
|
| 1951 |
- Gründung des Kulturvereins "Waldesgrün", dieser bestand bis 1965 und wurde aufgelöst, da die Klavierbegleitung nicht mehr teilnahm. Herr Koch leitete während des gesamten Bestehens den Chor. Der Kulturverein trat in Zwenkau und in den umliegenden Gemeinden auf, bekannt sind Böhlen, Neukieritzsch, Markranstädt und Prödel. Die Fahrten zu den Veranstaltungsorten erfolgten mit LKW. Jeden Donnerstag zur Übungsstunde war Kommen Pflicht für alle.
|
| 1950/52 |
- Ein Handarbeitszirkel gründete sich. Die Frauen trafen sich zu gemeinsamen Arbeiten und zum Austausch der Neuigkeiten. Die gefertigten Artikel kamen bei Festen zum Verkauf.
|
| 1952 |
- Mit der Umstrukturierung des Kleingartenwesens in der DDR kamen alle Gartenvereine zur Einheitsgewerkschaft FDGB.
|
| 1953 |
- Der kleine Gartenverein zwischen Imnitzer Park Weißer Elster (heute "Hain"), der sich 1947 aus Bodenreformland entwickelt hatte, wurde zwangsweise in den "Waldesgrün" eingegliedert.
|
| bis 1954 |
- Der Anbau von Obst und Gemüse, sowie von Futter, war für alle Gärtner das Wichtigste am Garten. Dabei hatten die meisten Mitglieder noch Kaninchen, Hühner und Tauben, auch Schafe und Schweine waren nicht selten.
- Obst und Gemüse wurden intensiv für den Winter haltbar gemacht, wie einkochen, einmieten und säuern. Fallobst konnte zur Mosterei geschafft werden, was von vielen Mitgliedern genutzt wurde.
|
| 1954 |
- Von 10. bis 15 Juli suchte ein verheerendes Hochwasser die Stadt Zwenkau heim, besonders betroffen davon war der Kleingartenverein "Waldesgrün". Am Vereinsgebäude stand das Wasser 1,38 m hoch.Die Schäden waren immens, die Entschädigungen gering, aber für die Betroffenen eine große Hilfe.
- Nachdem das Wasser nach 3 Wochen abgeflossen war, wurden Massen von Schlamm und Unrat sichtbar. Mühevoll war das Beseitigen.Viele der Lauben, die bei der Gründung mit einfachen Mitteln aufgebaut wurden, konnten nicht mehr erhalten werden, ein Laubenneuanfang war für viele Gartenbesitzer notwendig. Viele davon stehen heute noch und sind in gutem Zustand. Bei den meisten Gartenbesitzern holten tagsüber die Frauen Ziegel, direkt in den in Zwenkau noch vorhandenen Ziegeleien mit dem Handwagen und nach der Arbeit wurden diese von den Männern direkt verbaut.
- Das Vereinsleben blühte wieder auf, Tanzabende, Fasching und Kinderfeste wurden ausgelassen gefeiert. Zu den Kinderfesten wurden Wagen und Kinder geschmückt und der Umzug ging mit Kapelle durch die Stadt. Für die Vereinskinder wurden, anfangs noch durch Abgabe von Lebensmittelmarken, Bockwurst und Süßigkeiten ausgegeben. Zu den beliebten Spielen gehörten Eierlaufen, Sackhüpfen und die Kletterstange mit Belohnung.Höhepunkt war das Kaspertheater aus Markkleeberg, nachmittags für die Kinder und abends für die Erwachsenen. Zu allen Kinderfesten fuhr auch ein Ponywagen mit den geschmückten Kindern durch den Verein. Für die Einwohner wurde eine Tombola erstellt. Ein Los für 20 Pfennige und man hatte ein gärtnerisches Produkt gewonnen - garantiert. Die Tombola wurde von allen Vereinsmitgliedern mit 3 "Losen" bestückt.
- Im Herbst fanden regelmäßig Obst- und Gemüseausstellungen statt. Neben einer Bewertung der Produkte, mit Auszeichnung der besten Sorten und höchsten Erträge konnte auch eine Sortenbestimmung von den Gartenfreunden aufgegeben werden.
- Nach dem Hochwasser spürten alle Mitglieder einen Aufbruch im Vereinsleben und systematisch gab es Veränderungen bei der Gartennutzung. Der Neubau vieler Lauben zeugte vor allem vom gestiegenen Wohlstand und veränderte viele Gärten von Nutzgärten zu Freizeitgärten.
|
| 1956 |
- Am 25.6. konnte die neue Batzschke Brücke vom Zugang des Eythraer Weges, Länge 13 m und 1,20 Breite, eingeweiht werden. Geleistete Stunden 817 mit Kosten von 4.900 M. (Datum nicht eindeutig, da Quellen auch 1957 angeben).
|
| 1958 |
- Gartenfest zum 25 jährigem Bestehen des "Waldesgrün".
- Mit einem Festumzug durch Zwenkau begannen die Feierlichkeiten (Bild)
|
| 1963 |
- 30 Jahre "Waldesgrün" wurde mit fast allen Vereinsmitgliedern im vollen Saal des "Bergschlösschens"gefeiert.
|
| 1964 |
- Baubeginn des neuen Vereinsheimes, die alte Arbeitsdienstbaracke, die als Saal genutzt wurde, konnte mit Genehmigung massiv vorgebaut werden und wurde nach Fertigstellung der neuen Außenwände abgerissen.
- Die Arbeitsleistungen sind durch freiwillige Arbeit (damals NAW) und mit Fördermitteln erstellt werden. Dazu wurde vom Bürgermeister Herrn Winkler, ein Antrag an den Rat des Kreises Leipzig gestellt und auf den hohen Stand der gesellschaftlichen Arbeit der Sparte hingewiesen.
- Wichtiges Argument war auch, dass ein Großteil der Bürger die gesellschaftlichen Arbeiten (Kulturgruppe, u.a.) in Anspruch nehmen.
|
| 1965 |
- konnte das Vereinsleben durch eine Ausfahrt belebt werden. Erklärtes Ziel war die IGA in Erfurt.
|
| ab 1965 |
- Wurden die ersten Gärten auch auf Privatinitiative mit Strom ausgestattet - im Sprachgebrauch waren dies später die "Altstromer".
- Ab dieser Zeit konnten auch vermehrt Gärten an "Nicht-Zwenkauer" vergeben werden. Die Struktur des Vereinslebens veränderte sich positiv. Doch Wartezeiten auf einen Garten waren für viele Neuanfänger eine Hürde, die überwunden werden musste.
|
| 1975 |
- Die Bautätigkeit der Stadt ging auch am Gartenverein nicht spurlos vorüber, ein neuer Abwasserkanal ging in Nord-Südrichtung durch den Gartenverein, was eine Veränderung in Größe und Lage einiger Gärten ergab.
- Nach derFertigstellung konnte der neue Wegebau ausgeführt werden.
|
| 1978 |
- Umgestaltung des der Anlage zu einem Kleingartenpark. Dies erfolgte von den 449 Mitgliedern stufenweise in 7000 Arbeitsstunden.
|
| 1981 |
- Am 30.9. übergab Herr Fichner aus Neukieritzsch das Projekt zur Verlegung der Brauchwasserleitung, die im Folgendem errichtet wurde. Projektant war Herr Händler aus Zwenkau. Das Wasser kam aus dem Tagebau Zwenkau als Entwässerungswasser. Im Projekt wurden 1300 m 1/4", 1030 m 1/2", 160 m 3/4" und 1020 m 1" Stahlrohre und 2085 m PE-Rohre angegeben. Die Kosten für die Rohre und den Einbau sind mit 131.000,00 Mark ausgewiesen. Für die manuellen Erdarbeiten ist ein Gesamtlänge von 2404 m mit einem Aushub von 391 m³ festgelegt. Desweiteren sind 1917 Betonformsteine angegeben. Die Gartenzuleitungen wurden auf Rohrstützen mit Betonsockel oberirdisch verlegt. Der Bauabgabepreis für die Erdarbeiten beträgt 51545,00 Mark. Die tatsächlichen Kosten sind nach Augenzeugenberichten aber durch Eigenleistungen der Vereinsmitglieder geringer ausgefallen. Eine tatsächliche Bausumme konnte bisher nicht ermittelt werden.
|
| 1983 |
- Große Festveranstaltung "50 Jahre Waldesgrün"
|
| 1984 |
- Die Parzellen am Imnitzer Park wurden wieder in die Selbstständigkeit entlassen und trugen den Namen "35. Jahrestag der DDR", heute "Hain".
|
| ab 1985 |
- Der Umbau am Eingang Sportplatz erfolgte zügig, dabei wurde ein Damm in das leere Batzschkebett geschüttet. Der Damm musste am Bachgrund verrohrt werden, damit es bei Hochwasser nicht zum Stau kommen konnte. Dieser dient seitdem als Eingang Eythraer Weg.
- Gleichzeitig wurde ein Parkplatz gebaut. Dazu wurde der Garten 111 teilweise und der Garten 112 ganz eingeebnet. Die alte Batzschke-Brücke hatte keine Bedeutung mehr. Der Abriss des alten Batzschke - Steges erfolgte erst gegen 1994.
|
| ab 1990 |
- Nach der Wende veränderte sich das Vereinsgeschehen der einzelnen Mitglieder nicht wesentlich. Einige gaben ihren Garten auf oder mussten durch Umzug den Garten aufgeben.
- Der im Februar gegründete Ortsverband der DSU in der katholischen Kirche, hatte seine erste Versammlung danach in der Vereinsgaststätte im Waldesgrün. Ein für Zwenkau bedeutender Schritt nach der Wende. Den Vorsitz übernahm Herbert Ehme, unser langjähriger verdienstvoller Bürgermeister der ersten Stunde.
|
| 1996 |
- Ein Pachtvertrag von 1996 belegt, dass der 1952 festgesetzte Pachtvertrag mit dem Rat der Stadt Zwenkau und der Kleingartenhilfe des FDGB Kreis Leipzig fortgesetzt wird.
- Die Anlage hat eine Fläche von 76.874 m2, davon sind nutzbare Gartenflächen 68.249 m2 und 8.625 m2 Nebenflächen (Wege, Spielplatz, Vereinshaus).
|
| 2002 |
- eine Tradition wird wiederbelebt - das erste Kinder- und Gartenfest seit vielen Jahren.
|
| 2003 |
- Feier zum 70 jährigen Bestehen des Vereins im Vereinsaal und auf dem Festgelände.
|
| 2004 |
- Austritt aus dem Kleingartenverband Bautätigkeiten durch den Verein, wie Wegebau, und Wegebeleuchtung.
- Durch einen neuen zusätzlichen Abwasserkanal, östlich des noch in Betrieb befindlichen alten Kanals gab es wieder Veränderungen an einigen Gärten, die für den breiteren "Kanalweg" verkleinert wurden.
|
| 2005 |
- Fahrt ins Rosarium Sangerhausen
|
| 2006 |
- Ausflug zur Landesgartenschau Sachsen nach Oschatz
|
| 2006/07 |
- Umbau der Gaststätte, des Saales und der Terrasse. Die Bauarbeiten erfolgten durch die aktive Mithilfe der Vereinsmitglieder.
|
| 2007 |
- Fahrt zur Bundesgartenschau Gera - Ronneburg
|
| 2008 |
- Am 14. und 15. Juni wurde an einem schönem Wochenende der 75. Geburtstag gefeiert
- Auszeichnungsfahrt für Gartenmitglieder führte in den Wörlitzer Park
|
| 2009 |
- weitere Umbaumaßnahmen am Vereinsgebäude, die Fassade am Anbau wird erneuert
- Die Vereinsgaststätte bekommt einen neuen Wirt. Kay Valtin übernimmt diese Aufgabe.
- Wegen der sich mehrenden Einbrüche am Vereinsgebäude und am Wirtschaftstrakt wird eine Videoüberwachung installiert.
- um einen besseren Zugang zu den hinter der Gaststätte liegenden Gärten zu schaffen wird der unverpachtete Garten 102 eingeebnet und ein breiter Weg fertiggestellt
|
| 2010 |
- auch in diesem Jahr gehen die Arbeiten am Vereinsgebäude weiter, die rückseitige Fassade wird erneuert und die Gaststätte bekommt zur Einsparung der Heizkosten einen neuen "Bullerjahn" Ofen
- Die Vergnügungsfahrt geht in diesem Jahr zur Landesgartenschau nach Aschersleben
- Die Wege um die Gaststätte und auch der Parkplatz werden neu geschottert und mit Split versehen.
|
| Quellen |
Diese Chronik wurde erstellt von Hans-Peter Götze und Frieder Hengst, ab 2008 auch von Andrè Werner weitergeführt.
Bereitstellung von Dokumenten und Bildmaterial: Herr Wünschmann - Heimatverein Zwenkau Frau Putze (ältestes Vereinsmitglied), Frau Rausch, Frau Gerlach, Fam. Heber, Fam. Rudolph, Herr Römer, Herr Kinne und andere Mitglieder die zur Erstellung der Chronik beigetragen haben
nach oben
|